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Heiko Mindach

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Heiko Mindach
| ...und abends dann... |
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Charmant-die Geschichte einer kleinen Berliner Baustelle

Nachdem die Bewohner des Hauses es leid waren, die Altpapiertonne per Schiff zu  erreichen, sagten sie dem Hauswart Bescheid. "Es hat viel geregnet, das Grundwasser kann nicht so schnell abfliessen", wurde lapidar diagnostiziert. Auf den Hinweis der Bewohner, dass es aber drumherum fast wüstenähnliche Zustände gäbe, wurde erst einmal nicht reagiert. Dann aber doch...und die Odyssee begann. Der nasse Bereich wurde trockengelegt und diese Renovierungsarbeiten hielten genau 18 Minuten. Magisch vergrößerte sich die Pfütze und nach Studium diverser Pläne kam man übereinstimmend zu der Ansicht: Hier stimmt was nicht und da muss ein Leck in dem öffentlichen Zuleitungsrohr vorliegen. Zuerst wurde unter der Altpapiertonne alles aufgerissen. Dann wieder zugeschüttet. Es wurde wiederum nass. Dann kam ein Herr vom Berliner Strassenbauamt. Da es aber schon 16:13 Uhr war, kam er am nächsten Morgen wieder. Da dann aber pünktlich um 7 Uhr und er schrie erst einmal die gesamte Strasse zusammen, weil er zufällig zwei andere Kollegen getroffen hatte. Die Bewohner der Häuser drumherum waren jetzt erst einmal genauestens darüber informiert, wo man an der Spree am besten angeln kann. Mittlerweile war es 7.23 Uhr. Man machte sich an die Arbeit. Ein Loch wurde in die Strasse geschlagen. Ein Bauarbeiter mit Arbeitserlaubnis wurde in seinem kleinen Loch von 4 Männern umstellt. Einer davon trug schwarze Socken in cremefarbenen Sandalen. Das war dann wohl unser Herr vom Strassenbauamt. Er sagte: "Da ham wa´s doch!" Er notierte etwas auf seinem Klemmbrett und verschwand. Aufgeregt sprangen kleine Kinder um die Baustelle herum, während der oben erwähnte Bauarbeiter rumächzte und das Loch abdichtete. Sein Kollege stand auf der Strasse, rauchte, schaute den Frauen hinterher und trank Eis-Tee. Es wurde 16 Uhr und das brachte eine überraschende Wende in die Grabungen, nämlich Feierabend! Der nächste Tag: Diesmal kam eine andere Firma, begutachtete das Loch, trank heute mal Orangenlimonade und gemeinsam wartete man auf den Feierabend. Der übernächste Tag: Man wartete auf den Folgetag. Und an dem kamen drei Bauarbeiter, einer hieß Ronny, klassisch also, und der Ronny rief einen anderen Kollegen an und setzte sich erst einmal zu seinen Freunden. Eistee, Kippe, bei der Hitze Oberkörper frei und warten.  Dann kam der Freund, er brachte Sand. der wurde rein gekippt in das Loch. Man fegte noch ein bisschen und da war es auch schon wieder 16 Uhr. Am nächsten Tag kam jemand vorbei, schaute in das Loch, schüttelte den Kopf und fuhr wieder weg. Schliesslich wurde der Sand aus dem Loch wieder ausgebuddelt. Zwei Tage später wurde erneut Sand abgeladen, rein geschaufelt und mit Teergranulat bedeckt.

Und so steht sie da, unsere kleine, charmante Baustelle, schwitzt in der Sonne und ist plötzlich ein Symbol für Berliner Baustellenkoordination geworden. Ein Loch-mehrere Firmen. Ein Mission-mehrere Teams. Vielleicht muss das so sein, vielleicht sind Absprachen auf Berliner Baustellen im gesamten Stadtgebiet wirklich schwierig. Aber, liebes Strassenbauamt, streng dich halt mal an. Wir müssen auch jeden Tag mit dem Auto an Baustellen vorbei, die mal einsam, dann mal wieder belebt sind und keiner weiss, warum. Wir reden weder von Flughafen, Hauptbahnhof oder die unsägliche Baustelle Unter den Linden. Und hebt euch Fahrbahnverengung und Tempo 30 Schilder für die wirklich wichtigen Dinge auf, dafür, wo wirklich gebaut wird. 

 

Update: Es wird wieder nass unter der Altpapiertonne.

 

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