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Heiko Mindach

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Heiko Mindach
| ...und abends dann... |
| ...und abends dann... |

Jetzt reden wir mal Tacheles...

Berlin...wenn man heute über eine Stadt spricht, die "arm aber sexy" ist, so hiess das früher "frei, wild und unentschlossen".

Wir wollen jetzt nicht schwadronieren über die kreative oder weltoffene Hauptstadt, ein Kanon, in den jeder gerne leicht und zielsicher mit einstimmt. Wir wollen nur ein bisschen zurückblicken und mal beide Moti gegenüberstellen.

Frei bedeutet in Berlin immer noch, frei leben, atmen, arbeiten. Viele, die "ihr eigenes Ding machen", finden in Berlin (noch) genügend Raum, um kreativ den eigenen Vorstellungen nachzugehen. Wild - also da ist Berlin wirklich nicht zu bändigen; braucht man nicht weiter drauf eingehen.

Aber unentschlossen - ein schöner Begriff, um die Atmosphäre einer Stadt zu beschreiben. Irgendwie weiss man immer, wo es hingehen soll, aber dann kommt alles ganz anders. Und schon muss man sich neu orientieren. Plan B ist also immer, dass Plan A funktioniert. Und wenn nicht, wird Plan A neu ausgeschrieben. Gerade diese Unentschlossenheit, die wirkliche Fähigkeit, künstlerische Allroundness zu beweisen macht Berlin einzigartig.

Und greift natürlich tiefer als "arm aber sexy" ein selten dämlicher und despektierlicher Spruch, der natürlich nur von Menschen stammen kann, deren Zukunft auf das Perfekteste abgesichert ist.

Und er wirkt wie ein Hohn auf die vielen Künstler, die das berühmte Tacheles in der Oranienburger Strasse endgültig räumen mussten. Hier gab es noch die Unentschlossenheit in der Kunst. Das war manchmal schon schwierig, wenn zum Beispiel eine komplett blaue Leinwand den Titel "Tod-Doppelpunkt-Geweih" trug. Aber hier war man frei in der Kunst, brauchte keine perfekt ausgestrahlte "Location" und keine aufdringlich werdenden Kulturagenten. Hier war man KünstlerIn und mehr nicht.

Das Tacheles, dieser geschichtsträchtige Ort in Berlin...wir verzichten an dieser Stelle auf einen Kurzabriss der Geschichte, weil is´ ja eh zu spät....wird abgerissen. Es entstehen "moderne Wohn- und Geschäftskomplexe" , die vermutlich arm und gar nicht sexy wirken und es verschwindet Geschichte im Sog der modernen Architektur. Parallelen tun sich auf zum Potsdamer Platz, der in den 20er Jahren des letzten Jahrtausends der Hot Spot schlechthin war und heute leider nur noch einen orgiastischen Höhepunkt erlebt, wenn die Berlinale residiert.

 

Arm und irgendwie nicht sexy, oder?

 

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